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Bad Münstereifel
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Der Raum

Bad Münstereifel, das von Köln und Bonn etwa 40 km entfernt ist, liegt am Ausläufer der Kölner Bucht, dort, wo diese eng und enger wird und tief ins Gebirge, in die Eifel, vorspringt. Die Eifel, die mit Hunsrück, Taunus und Westerwald geographisch ein Teil der Ardennen ist, wird im Norden von der Lößlandschaft der Jülich-Zülpicher Börde, im Osten vom Rhein, im Süden durch die Mosel und im Westen durch die Landesgrenze eingerahmt. Jenseits der politischen Grenze verläuft das Gebirge, wenn auch unter anderem Namen, weiter.  Ihren Anteil an unserem Gebirge nennen die Luxemburger Ösling, die Belgier und Franzosen Ardennen. Das Eifel-Ardennen-Massiv, das etwa 200 km lang und 100 km breit ist, weist starke Höhenunterschiede zwischen 200 und 700 m auf. Die höchste Erhebung bildet die Hohe Acht (746 m) bei Adenau. Das Gebirge gliedert sich in zwei natürliche Räume: in die der Mosel zugewandte Südeifel und die nach Maas und Rhein gerichtete Nordeifel.  BAM liegt am Rande der Nordeifel. Der durch das Städtchen fließende Wasserlauf, die Erft, die 6 km südlich bei Holzmülheim entspringt, mündet bei Neuss in den Rhein. Die Höhenlage BAMs beträgt im Stadtkern etwa 280 - 300 m. Die umliegenden Berge steigen über 400 und 500 m hoch an (Michelsberg 588 m).  Mit einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 7 bis 9 Grad ist das Klima günstig. BAM gehört zum Regenschattengebiet der Osteifel und weist deshalb eine nur mittlere Niederschlagsmenge von jährlich 630 mm auf; das 12 km entfernte Euskirchen ist der regenärmste Ort im Nordrhein (540 mm).Name, Gründung und Aufwärtsentwicklung

Gemäß dem Ergebnis der Grabungen unter der Krypta der Stiftskirche entstand dort um 700 eine kleine Holzkapelle umgeben von einem Friedhof. Die Verstorbenen waren in Erdgräbern oder ausgehöhlten Baumstämmen bestattet. Es ist möglich, dass diese Kapelle von dem aus England stammenden Bischof Willibrord von Utrecht erbaut wurde, der 698 die Abtei Echternach gründete und in Berg bei Floisdorf nachweislich eine Cella unterhielt. Die Kapelle wurde dem von den irischen Missionaren besonders verehrten heiligen Petrus gewidmet. Das obere Erfttal hieß „Peterstal“ und lag auf königlichem Besitz.

König Pippin schenkte der Abtei Prüm (gegründet 721) im Jahre 762 das obere Erftgebiet und die Gegend um Rheinbach. Inmitten dieses Eigenbesitzes gründete Abt Markward etwa um das Jahr 830 ein novum monasterium = ein neues Münster.  Also, vor mehr als 1100 Jahren ließen sich die Benediktinermönche hier nieder. Als Wohnsitz wählten sie nicht das fruchtbare Kalkgebiet im benachbarten Iversheim, sondern im engsten Abschnitt des Erfttales, wo sie die Kapelle des heiligen Petrus und Siedlungen Werth und Orchheim vorfanden, aber nach dem Leitspruch des heiligen Benedikt „Bete und arbeite“ wirkten: die Menschen also seelsorglich betreuten und das Land verwalteten. Es entstanden zahlreiche neue Höfe und Dörfer in der Umgebung. Vielleicht war die Wahl nicht nur durch das Vorhandensein einer Kapelle und der Weiler mitbestimmend, sondern auch dadurch, dass sich auf dem nordöstlichen Ausläufer des Radberges, dem „Quecken“ eine Burganlage („Alte Burg“) befand, die dem neuen Kloster einen gewissen Schutz gewährte.  Die Landflächen, die König Pippin vormals geschenkt hatte, unterstellte der Abt von Prüm unter Beibehaltung der Oberaufsicht seiner neuen Gründung. So wurde das „Neue Münster“ kirchlicher Mittelpunkt für sieben Mutterkirchen (Rheinbach, Weingarten, Kirspenich, Wichterich, Wissersheim, Vischel, Kirchsahr) und sieben Filialkirchen (Billig, Iversheim, Kalkar, Eschweiler, Nöthen, Bouderath, Effelsberg).  Die Kleriker aus BAM übten dort die Seelsorge aus oder setzten andere als Geistliche ein und hielten die Gotteshäuser instand.  Das „Neue Münster“ nahm eine schnelle Aufwärtsentwicklung. In dem bekannten Vertrag zu Mersen (870) wurde es bereits namentlich genannt. 898 verlieh König Zwentibold dem Ort Markt-, Münz-rund Zollrecht. Der Kölner Erzbischof Sigewin (1078/1079 - 1089), der vielleicht ein gebürtiger BAMer war, schenkte dem BAMer Kloster für sein, und seiner dort bestatteten Eltern Seelenheil, den Zehnten für neu gerodetes Land von fünf benachbarten Ortschaften, die von Erzbischof Friedrich I. von Köln (1100 - 1131) durch weitere ergänzt wurden. So war die wirtschaftliche Lage des Klosters gesichert.



1102 fand hier eine Fürstenversammlung statt, zu der Kaiser Heinrich IV. eingeladen hatte. Statt Novum Monasterium setzte sich im 12. Jahrhundert der Name Monasterium in Eiflia durch (zuerst 1086).  Eifel war damals die Bezeichnung eines Gaues, die erst später auf einen größeren Gebirgsteil überging. Der Eifelgau erstreckte sich etwa vom Raum Bad Münstereifel, Eifel bis Gerolstein, Daun und Ulmen; er umfasste das Quell- und Oberlaufgebiet von Olef, Urft, Ahr, Lieser und Kyll.  Die Kirche übernahm die politischen Verwaltungsgrenzen. Sie machte die Gaue zu Dekanatsbezirken. Hauptort des Eifeldekanates wurde Bad Münstereifel, Eifel, obwohl es im nördlichen Randgebiet lag. Auch diese Tatsache spricht dafür, dass unser Ort von den etwa 50 Pfarreien des Dekanates die hervorragendste Rolle einnahm.  Bad Münstereifels Benediktinermönche haben nach der kolonisatorischen Aufbauarbeit, spätestens im 12. Jahrhundert, das Gemeinschaftsleben aufgegeben und das Kloster in ein Kollegiatstift umgewandelt. Sie nannten sich Stiftsherren, lebten in nur loser Gemeinschaftsbindung und kamen lediglich zum feierlichen Gottesdienst, zum gemeinsamen Chorgebet und zu Besprechungen im Kapitelsaal zusammen. Jeder der ungefähr 30 Kanoniker besaß eine eigene Wohnung und hatte sein besonderes Amt. An der Spitze stand der Propst, im inneren Bereich hatte der Decanus die Führung, die Schule leitete der Scholasticus, als Rentmeister amtierte der Cellarius, die Gestaltung des Gottesdienstes und des Gesanges oblag dem Cantor, der Custos war Vorsteher der Sakristei, und der Magister fabricae hatte die Instandhaltung der Gebäude zu überwachen.  Das Kollegiatstift besaß einen weiten Wirtschaftsbezirk. Etwa 40 Orte leisteten den Stiftsherren Abgaben und zahlten Zehnten. Im Herbst wurden 500 Karren Landeserzeugnisse im Stiftshof abgeladen. Beweis des Wohlstandes ist die im 12. Jahrhundert vollendete Stiftskirche, die mit ihrem stattlichen Westwerk zu den bemerkenswerten romanischen Kirchen des Rheinlandes zählt. In der Krypta der Kirche ruhen die Gebeine der heiligen Chrysanthus und Daria († 258) , die von Rom übergeführt worden waren (844). Zur Verehrung dieses heiligen Märtyrer-Ehepaares kamen die Gläubigen von nah und fern nach Bad Münstereifel, Eifel, das damit auch als vielbesuchter Wallfahrtsort Bedeutung gewann.

Die mittelalterliche Stadt

Köln und Jülich , die beiden großen Territorien am Mittelrhein, dehnten ihre Herrschaft seit dem 13. Jahrhundert auch in die Nordeifel aus. Um den Besitz von Bad Münstereifel, Eifel kam es zu harten Auseinandersetzungen, in denen sich der Graf gegenüber dem Erzbischof von Köln durchzusetzen vermochte.

Bad Münstereifel, Eifel fiel zunächst (1265) an eine Jülicher Nebenlinie, an Walram von Bergheim und seinen gleichnamigen Sohn, dann an den Vetter Graf Godfried von Bergheim und Bad Münstereifel, Eifel (1312-1335), dessen Hochgrab in der Stiftskirche zu den bedeutendsten gotischen Grabmälern der Rheinlande gehört.

Die genannten Grafen machten Bad Münstereifel, Eifel zu einem Stützpunkt ihrer Macht. Sie begannen mit dem Bau der Burg (erste Erwähnung 1317) und errichteten in enger Anlehnung an die Gegebenheiten der Natur in Form eines unregelmäßigen Fünfecks die Stadtmauer, in die zur Sicherung vier Tore und 18 Wehrtürme einbezogen wurden. Um 1350 war das Befestigungswerk vollendet. Inzwischen (1335) war Bad Münstereifel, Eifel an die Jülicher Hauptlinie gefallen, an Godfrieds Bruder Wilhelm, der 1356 die Herzogswürde erhielt: es wurde bald neben Jülich, Düren und Euskirchen die dritte Hauptstadt des Herzogtums Jülich.

Auf Bad Münstereifel, Eifels Burg, die ein Verwaltungssitz war, amtierte neben dem herzoglichen Amtmann, einem Adeligen, der Kellner, der für die Einziehung der Steuern und Abgaben an den Landesherrn im Amte Bad Münstereifel, Eifel zuständig war und nicht zuletzt der Vogt, der dem städtischen Schöffengericht vorsaß, dem Adel oder dem Patriziat der Stadt entstammte und meist juristisch gebildet war. Der Amtmann verwaltete bis ins 17. Jahrhundert hinein auch das Amt Euskirchen.  Das Amt Bad Münstereifel, Eifel, das sich bis Nettersheim und in das heutige Land Rheinland-Pfalz erstreckte, umfasste 16 Gerichtsbezirke. Außerdem war auf der Burg ein Burggraf mit seinen Mannen anwesend, die notfalls die Burg zu verteidigen hatten. Während die Bürger die Stadtbefestigung erbauen, unterhalten und verteidigen mussten, war es die Pflicht der Bewohner des umfangreichen Jülicher Amtes Bad Münstereifel, Eifel, die Burg zu errichten und zu ihrer baulichen Erhaltung beizusteuern.

Rings um den Stiftsbezirk und am Fuß der Burg siedelten sich zahlreiche Familien an. Die Bürgerschaft besaß bereits um 1200 ein eigenes Schöffengericht und damit das wesentliche Merkmal der kommunalen Selbstverwaltung. Der Name Stadt (oppidum) ist urkundlich zuerst 1299 sicher belegt. Außerhalb des Beringes gehörten zur Stadtgemeinde die Ortsteile Rodert, Eicherscheid, Hohn, Kolvenbach und Bergrath. Ihre Bewohner werden in den mittelalterlichen Urkunden „auswendige Bürger“ genannt, da sie außerhalb der Stadtmauern wohnten.

Bad Münstereifel, Eifel war als Marktmittelpunkt gewachsen; aber im unmittelbaren Bereich der Stadt standen wegen der Enge des Tales nur geringe Flächen für eine ausreichende Landwirtschaft zur Versorgung der Bürger zur Verfügung. Daher verlegten die Bürger sich auf die Möglichkeiten, die die Umgebung ihnen bot: sie entwickelten Gewerbesinn.

Die vorhandenen Rohmaterialien wurden geschickt ausgewertet. Auf den Wiesen und weiten Ödlandflächen weideten große Herden. Die Wolle der Schafe, die Felle der Rinder und die Lohe aus den Münster-eitel umsäumenden Eichenwäldern, die auf dem Schieferboden einen besonders hohen Gehalt an Gerbstoff erzeugen, boten die Vor-Aussetzungen zur Errichtung von Gerbereien und Wollmanufakturen.  Der Erftbach lieferte das für die Verarbeitung notwendige kalkfreie Wasser. Einen besonderen Namen machte sich Bad Münstereifel, Eifel als Tuch-Macherstadt. Die Wolle wurde gesponnen, zu Tuchen gewebt, gereinigt und dann gewalkt, das heißt, durch Bearbeitung mit Holzhämmern dicker und filziger gemacht. In den Walk- oder Follmühlen trieb man die hölzernen Stoßhämmer mit Wasserkraft. Der Ausdruck „jemanden verwalken“ kommt aus der Webersprache und ist in Bad Münstereifel, Eifel weiterhin geläufig. 1339 erhielten die Münstereifeler Wollweber das Recht, ihre Tuche mit eigenem Zeichen zu versehen. Fünf Jahre später (1344) wurden die Münstereifeler Tuche in Köln urkundlich als Qualitätsarbeit anerkannt.

Gutes handwerkliches Können war den Münstereifeler Bürgern bescheinigt worden, aber sie zeigten auch kaufmännische Fähigkeiten, ja die Kaufleute und Fabrikanten stiegen zur herrschenden Schicht in der Stadt auf. Nur sie und Gelehrte konnten Ratsmitglieder und Bürgermeister werden. Noch 1677 musste ein Bürger vor seiner Aufnahme in den Stadtrat die Erklärung abgeben, dass er während seiner Amtszeit kein Handwerk betreiben werde. Überliefert ist uns der Ehrensold, den der Bürgermeister erhielt: die Nutznießung des westlichen Wallgrabens (heute Kurpromenade), einen durch Windbruch gefallenen Baum, Freiheit von Abgaben und Steuern und die Zungen aller zum Verkauf geschlachteten Rinder.  Bad Münstereifels Kaufleute handelten mit Agrarprodukten, Bier, Blei, Salz, Wein, Lederwaren und Tuchen. Absatzgebiet waren das mittlere Ahn-Gebiet und die ganze Nordeifel. Enge Handelsbeziehungen bestanden zum großen niederrheinischen Wirtschaftsraum. Als Stapelplatz und Handelszentrum nahm Bad Münstereifel, Eifel eine beachtliche Stellung ein. Noch 1602 erklärte der Zülpicher Bürgermeister Heinrich Rost:

„Bad Münstereifel, Eifel ist eine Gewerbestadt“.

Die wenig ergiebigen und unzureichenden landwirtschaftlichen Flächen in der unmittelbaren Umgebung führten in Kriegszeiten zu Engpässen bezüglich der Ernährung der Bürger, vor allem aber bei der Beschaffung von Fourage für das Militär der verschiedenen Völker, die Bad Münstereifel, Eifel heimsuchten.

Gelegentlich wurde die Stadt von furchtbaren Unglücksfällen heimgesucht, von Seuchen und Wasserkatastrophen. Eine große Überschwemmung im Jahre 1416 forderte zahlreiche Menschenopfer.  Doch im Ganzen entwickelte sich die Stadt weiter aufwärts. Zeuge der Wohlhabenheit ist noch heute das schöne spätgotische Rathaus, das in zwei Bauabschnitten im 14. und 16. Jahrhundert erbaut worden ist. Im 16. Jahrhundert zahlte Bad Münstereifel, Eifel mehr als doppelt soviel Steuern wie das benachbarte Euskirchen. Es war neben Düren die wichtigste und größte Stadt im Vorfeld der Nordeifel.

Die Stadt der Klöster

Von Flandern aus gründeten die Kapuziner, die aus dem Franziskanerorden hervorgegangen sind, die ersten Niederlassungen des Rheinlandes in Köln, Bonn und 1618 in Bad Münstereifel, Eifel. Sie wirkten vor allem als Volksprediger in den breiten Volksschichten. In Bad Münstereifel, Eifel halfen die Patres in der Seelsorge aus, übernahmen in Außenbezirken die Christenlehre und förderten die Verehrung des eucharistischen Heilandes.

Besonders aber gaben die Jesuiten, die sich 1625 in Bad Münstereifel, Eifel niederließen, der Stadt im Sinn der kirchlichen Restauration ihr Gepräge. Sie gründeten das „Gymnasium Sancti Michaelis“, das ständig von etwa 150 Schülern besucht wurde und lange Zeit das einzige Gymnasium im Eifelraum zwischen Köln und Trier war. Andere Patres waren in der Seelsorge tätig, sie wirkten erfolgreich in Bad Münstereifel, Eifel, betreuten die Kirchen St. Martinus in Euskirchen und St. Lambertus in Kuchenheim und machten die Kapelle auf dem Michelsberg zu einem religiösen Zentrum der Nordeifel. Ihr besonderes Bemühen galt dem Schleidener Tal, wo mit einem Grafen von Manderscheid-Schleiden zahlreiche Bewohner zur neuen Lehre übergetreten waren. Als Pfarrverwalter von Schleiden und Hellenthal-Blumenthal gelang es ihnen, katholische Gemeinden wieder zu stärken. Zwei Patres waren innerhalb der Eifel ständig auf Reisen und hielten in mehr als 100 Pfarreien 8-14tägige Missionen ab. Für ihre Kirche überführten die Jesuiten aus Rom (1652) die Gebeine eines Heiligen aus frühchristlicher Zeit (2. Jahrhundert), des heiligen Donatus. Er wurde zum Patron gegen Blitz, Unwetter und Feuersbrunst und verdrängte die alten Hagelfeiertage aus vorchristlicher Zeit, die in manchen Orten noch bestanden. Die Verehrung des heiligen Donatus zog damals weite Kreise. Zahlreiche Prozessionen pilgerten jährlich nach Bad Münstereifel, Eifel. Im Rheinland, in Luxemburg, Belgien, Westfalen, Bayern, Tirol und Österreich weihte man St.-Donatus-Kirchen und -Kapellen, stellte zu seiner Verehrung Flurkreuze auf und errichtete Donatus-Bruderschaften und Donatus-Schützengilden. Viele Glocken erhielten den Namen des heiligen Donatus aus Bad Münstereifel, Eifel. - Als der Jesuitenorden 1773 aufgelöst wurde, schlossen sich die im Lehrberuf tätigen Patres zu einer weltlichen Kongregation zusammen und führten das Gymnasium weiter.

1657 errichteten Düsseldorfer Schwestern in Bad Münstereifel, Eifel ein Karmelitessen-Kloster. Die Haupttätigkeit den 20 Chor- und Laienschwestern bestand im feierlichen Chorgebet. Sie betreuten jedoch auch die Armen der Stadt, widmeten sich der Krankenpflege und unterhielten eine Apotheke, in der auch an Auswärtige Medikamente abgegeben wurden.

„Schwestern zum heiligen Namen Jesu“ nannten sich fromme Jungfrauen, die sich 1716 auf Veranlassung eines Münstereifeler Kanonikers zu einer geistlichen Genossenschaft zusammenschlossen. Auch sie unterhielten eine Mädchenschule, in der sie ohne Entgelt Unterricht erteilten.

Noch zu erwähnen haben wir den Steinfelder Hof; er ist wahrscheinlich das Erbe des aus Bad Münstereifel, Eifel stammenden Steinfelder Abtes Johann von Bad Münstereifel, Eifel (1501-1509). 1513 entstand das heute noch vorhandene Gebäude. Die Prämonstratenser traten jedoch seelsorglich in Bad Münstereifel, Eifel nicht in Erscheinung; sie betreuten hier ausschließlich ihren Wirtschaftshof.

In Bad Münstereifel, Eifel gab es also sechs Klöster bzw. religiöse Genossenschaften. In drei Männer- und drei Frauenkonventen lebten die Stiftsherren (vormals Benediktiner), Kapuziner, Jesuiten, Karmelitessen, die Schwestern von St. Salvator und die Schwestern vom Namen Jesu.  Insgesamt waren es etwa 60 Geistliche und 40 Laienbrüder und -schwestern, die im 17. und 18. Jahrhundert in Bad Münstereifel, Eifel wirkten und der Stadt ein besonderes Gepräge gaben.  Natürlich nahmen die sechs Klöster, die fünf Kirchen und die fünf Kapellen (geweiht den Heiligen Matthias, Michael, Apollonia, Barbara und Katharina) einen beachtlichen Raum ein. Deshalb wurde es Fremden sehr schwer gemacht, sich in Bad Münstereifel, Eifel niederzulassen. In jedem Fall wies man in der katholisch ausgerichteten Stadt Reformierte und Protestanten ab. In benachbarten Städten erhielten dagegen tüchtige Gewerbetreibende, auch wenn sie Hugenotten oder Lutheraner waren, Zuzugsgenehmigung. In Gemünd, Monschau und Düren bedienten sich die protestantischen Familien Poensgen, Scheibler und Schöller neuer Wirtschaftsmethoden und trugen wesentlich zur Aufwärtsentwicklung ihrer Stadt bei. In Bad Münstereifel, Eifel blieb man konservativ bei der althergebrachten Wirtschaftsform der Heimbetriebe. Enge Zunftbestimmungen lähmten die eigene Initiative und hinderten die einzelnen daran, sich zu entfalten. Außerhalb der Zunft Tuche herzustellen oder zu verkaufen war verboten. Jeder Meister durfte nur einen Lehrjungen halten und auch diesen nur mit Zustimmung der anderen Meister. Bei einer Neuaufnahme in die Zunft wurden Herkunft, katholische Konfession und Ausbildung einer genauen Prüfung unterzogen.  Nur die Kapuziner standen außerhalb dieser Bindung. Sie unterhielten eine eigene Tuchweberei, in der neben den Laienbrüdern auch einige weltliche Arbeiter beschäftigt waren. Schließlich versorgten sie alle 36 Klöster ihrer niederrheinischen Provinz mit Tuchen aus Bad Münstereifel, Eifel. Als 1780 ein aufgeschlossener Münstereifeler, der ein philosophisches Studium hinter sich gebracht hatte, ebenfalls eine Tuchfabrik gründen wollte, wusste das die Zunft zu verhindern.20 Jahre Franzosenherrschaft

Im Gefolge der Französischen Revolution besetzten die Franzosen 1794 das linksrheinische Gebiet und rückten im Oktober des gleichen Jahres auch in Bad Münstereifel, Eifel ein.

Das Herzogtum Jülich verfiel der Auflösung. Folglich hörte auch Bad Münstereifel, Eifel auf, Hauptstadt und Amtssitz zu sein. Die neue Verwaltungseinteilung konnte Bad Münstereifel, Eifel nicht härter treffen. Durch seine Gemarkung legten die Franzosen eine Provinzgrenze. Die Ortsteile Hohn, Kolvenbach und Bergrath wurden dem Departement der Rur mit der Hauptstadt Aachen zugeteilt, Bad Münstereifel, Eifel und die Ortsteile Eicherscheid und Rodert dem Departement Rhein-Mosel mit der Hauptstadt Koblenz. Bad Münstereifel, Eifel verlor seinen Behördenapparat, sein Gericht und sein Marktrecht. Man unterstellte die Stadt dem Kantonalhauptort Rheinbach.

Besonders hart erging es den Klöstern, denen 1798 verboten wurde, neue Novizen aufzunehmen und Zehnten und Abgaben zu erheben. 1802 erfolgte ihre völlige Aufhebung. Die Stiftsherren, Kapuziner, Prämonstratenser und die Karmelitessen verloren alle Gebäude und jeglichen Grundbesitz. Die ehemalige Jesuitenschule und die beiden Schwestern-Genossenschaften behielten einen Teil ihres Vermögens, um die Schulen weiterführen zu können. Der größte Teil der eingezogenen Güter ging nach öffentlicher Versteigerung in privaten Besitz über. Von den fünf Kirchen Bad Münstereifel, Eifels blieben nur zwei als Gotteshäuser erhalten: die Jesuiten-Gymnasialkirche und die ehemalige Stiftskirche, die künftig als Pfarrkirche diente. Die bisherige Johannis-Stadtkirche und das Gotteshaus der Kapuziner wurden abgerissen, die Kirche der Karmelitessen diente von nun ab weltlichen Zwecken. Bad Münstereifel, Eifel hörte auf, eine Stadt der Klöster zu sein.

Es gibt nur wenige Städte, in denen die Maßnahmen der Franzosen so einschneidend wirkten und das Leben einer Stadt so sehr umgestalteten wie in Bad Münstereifel, Eifel. Im gewerblichen Leben änderte sich jedoch wenig. Mit der neuen Gewerbeordnung vermochte man nicht viel anzufangen. Besonders die Tuchmacher erwiesen sich gegenüber den Fachkollegen in benachbarten Städten, wo man sich neuer wirtschaftlicher Methoden bediente, nicht als konkurrenzfähig. Man trauerte der Zunft nach, die aufgelöst werden musste. Im geheimen erhielt man sie sogar aufrecht. Mit dieser Einstellung konnte kein Fortschritt erzielt werden. Zahlreiche Bürger mussten neue Arbeitsmöglichkeiten suchen. Diese fanden sie in den Eisengruben und Eisenhütten der Umgebung und im Bleibergwerk des 12 km entfernten Mechernich, das damals 2000 Menschen beschäftigte.

Die neueste Zeit

Der Wiener Kongreß 1814/15 sprach den größten Teil der Rheinlande Preußen zu. In Bad Münstereifel, Eifel hegte man die Hoffnung, als Kreisstadt wieder Sitz einer Behörde zu werden. Die unsinnig gezogenen Grenzen aus der Franzosenzeit blieben jedoch bestehen. Bad Münstereifel, Eifel wurde 1816 mit den Ortschaften Eicherscheid und Rodert dem Regierungsbezirk Köln, die einst zu Bad Münstereifel, Eifel gehörigen Ortschaften Hohn, Kolvenbach und Bergrath dem Regierungsbezirk Aachen und dem Kreis Schleiden (von 1816 bis 1827 Kreis Gemünd) zugeschlagen. Rheinbach (seit 1932 Euskirchen) blieb die für Bad Münstereifel, Eifel zuständige Kreisstadt.

1816/17 herrschte nach einer Mißernte eine furchtbare Hungersnot in der Eifel. Als dann 1818 auch noch eine große Überschwemmung unermeßlichen Schaden anrichtete, war Bad Münstereifel, Eifel einer Katastrophe nahe. Die Regierung griff helfend ein. Die Bürger erhielten Lebensmittel und Entschädigungsgelder. Mit öffentlichen Zuschüssen konnten die zerstörten Straßen, Brücken und Mauern wieder aufgebaut werden. Um der Stadt eine neue Erwerbsquelle zu erschließen, sollte Bad Münstereifel, Eifel Garnisonstadt werden. Dazu benötigte man die beiden großen Klosterkomplexe der Jesuiten und Karmelitessen, also die öffentlichen Gebäude der höheren Schulen. Man muss es den damaligen Stadtvätern hoch anrechnen, dass sie auf ihr Gymnasium nicht verzichten wollten und deshalb das wirtschaftlich günstige Angebot ablehnten.

Der bekannte Joseph Görres, damals Direktor des öffentlichen Unterrichtes im Rheinland, übernahm die ehemalige Jesuitenschule in staatliche Obhut. Das nunmehr „Königliche Gymnasium“ wurde bald darauf Vollanstalt; 1827 legten die ersten Schüler die Reifeprüfung ab. 1831 erhielt die Anstalt wegen ihres guten Rufes den Rang eines Gymnasiums erster Klasse. In den kommenden Jahrzehnten sank die Schülerzahl jedoch stark ab, da um die Mitte des Jahrhunderts in den benachbarten Städten ebenfalls höhere Schulen entstanden. Durch die Gründung eines Internates, des Erzbischöflichen Konviktes, im Jahr 1856, blieb die Schule jedoch lebensfähig.

Auch die Tradition der Mädchenschule wurde gewahrt. Beide Schwestern-Organisationen vereinigten sich 1828 in der Gesellschaft der Schwestern von St. Salvator und bezogen 1831 das ehemalige Karmelitessenkloster, wo sie neben der Mädchenschule bald auch ein Lehrerinnenseminar unterhielten.

Um der Stadt wirtschaftlich auf die Beine zu helfen, forderte ein Regierungsvertreter den Bürgermeister auf, Vorschläge zur Hebung der Wirtschaft zu machen. Die Weber und Tuchmacher glaubten, in der Wiederbelebung der Zunft ein Allheilmittel zur Aufwärtsentwicklung zu haben. Für die technischen Neuerungen der Zeit waren sie nicht aufgeschlossen genug. So blieb ihnen der Erfolg versagt.  Ein Ratsprotokoll des Jahres 1833 spricht von „gänzlicher Gewerbe-Rosigkeit“ und nennt die meisten Einwohner „arme Tagelöhner“.  Um die Mitte des Jahrhunderts wurden neue Versuche gemacht, die Tuchindustrie zu heben. Es entstanden: eine Garnspinnerei in der ehemaligen Möschemer Mühle, eine Kunstwollfabrik in der Steins-kühle und eine Tuchfabrik an der Stelle der späteren Hettner’schen Fabrik. Man arbeitete hier nach dem alten System der Wassermühle, während doch längst das Zeitalter der Dampfmaschine herangerückt war. So blieb allen Werken nur eine kurze Lebensdauer beschieden.

Eine alteingesessene Brauerei - die noch im 2. Weltkrieg braute - stellte ihren Betrieb schon 1870 auf Dampf um und war damit manchen Brauereien in größeren Städten um Jahre voraus.  Die Gerbereien nahmen durch die Fabrikation von Sohlleder zu-nächst einen beachtlichen Aufschwung. Die Betriebe wuchsen um 1850 auf 15 an. Als dann aber eingeführte Gerbstoffe die Eichen-rohe ersetzten und ein Schnellgerbeverfahren ermöglichten, entstanden anderwärts Großgerbereien, neben denen die kleinen Betriebe kaum noch existenzfähig blieben.

Als Marktmittelpunkt behielt Bad Münstereifel, Eifel eine gewisse Bedeutung.  Monatlich fanden Viehmärkte und drei- bis viermal jährlich Kram-Märkte statt. An diesen Tagen steigerte sich auch der Umsatz der Münstereifeler Geschäftsleute, die zudem zahlreiche Eifeldörfer mit Waren belieferten. Aber auch ihr Absatzgebiet wurde von Jahrzehnt zu Jahrzehnt kleiner. Vier Brauereien versorgten einen Teil der Nord-eitel mit Bier. Doch neugegründete Brauereien an verkehrstechnisch günstiger gelegenen Orten erschwerten ihren Existenzkampf immer mehr. Eine Besserung der Verhältnisse konnte nur eintreten, wenn es gelingen würde, Hauptverkehrsadern an die Stadt heranzubringen.

Tatsächlich wurde die 1841 fertiggestellte Provinzialstraße Köln-Trier (heute B 51) durch Bad Münstereifel, Eifel geführt und brachte eine gewisse Belebung des gewerblichen Lebens mit sich. Seitdem verkehrte hier einmal täglich die vierspännige Postkutsche, die neun Personen mitnehmen konnte. 20 Jahre später (1862) richtete man dazu eine tägliche Lokalpost zwischen Euskirchen und Bad Münstereifel, Eifel ein. Sicherlich war der Anschluss an eine Hauptverkehrsstraße von Bedeutung.  Doch entscheidend für die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung im 19. Jahrhundert wurde die Eisenbahn.

Es bestand die Absicht, die Eisenbahnlinie Trier-Köln über Bad Münstereifel, Eifel zu führen. Die Stadtvertretung unterstützte das geplante Unternehmen. Aber das damals blühende Bleibergwerk bei Mechernich war ausschlaggebend für den Ausbau der Schiene über Mechernich.  So ging der Hauptverkehrsstrang über Mechernich und Euskirchen, an das Bad Münstereifel, Eifel erst 1890 als Endstation einer Nebenlinie angeschlossen wurde.
Die Eisenbahn, abgesehen davon, dass sie nur eine Nebenlinie ist, kam natürlich viel zu spät, um das bedrohte Gewerbe der Stadt retten zu können. Bis 1900 verringerte sich die Zahl der Gerbereien auf drei, von denen heute keine übriggeblieben ist. Zwei Brauereien überdauerten zwar das 19. Jahrhundert, aber auch sie haben heute längst die Produktion eingestellt (1918 und 1945). Noch 1850 beschäftigte Bad Münstereifel, Eifel 80 Weber und Tuchmacher, um 1900 waren es keine zehn mehr. Die Zunft löste sich 1896 selbst auf. 1923 starb Bad Münstereifels letzter Wollweber. In Eicherscheid hielt sich eine Wollgarnspinnerei bis zum Jahr 1960, um dann auch ihr Gebäude einer Werkzeugfabrik zur Verfügung zu stellen. An die einst berühmte Tuchmacherstadt erinnern heute nur noch die erhalten gebliebene Gebäudeteile. Die Tuchindustrie selbst hat sich nach Euskirchen verlagert, wo aufgeschlossene Unternehmer, unbeschwert von Bindung an die Vergangenheit, allerdings unter günstigen geographischen Voraussetzungen, den neuen Gegebenheiten Rechnung trugen. So nahm Euskirchen, das noch um 1800 mit 1400 Einwohnern kleiner als Bad Münstereifel, Eifel war, eine rasante Aufwärtsentwicklung.  Das im 19. Jahrhundert in Bad Münstereifel, Eifel blühende Schreinergewerbe haben sich längere Zeit halten können. 1854 nennt die Statistik 17 Tischler. Von ihnen gründete zwar keiner eine Möbelfabrik, aber man brachte es im Handwerklichen zu besonderen Fähigkeiten. So entstand ein beachtliches Kunstmöbel- und Holzschnitzereigewerbe, das in der 1. Hälfte unseres Jahrhunderts weit über Bad Münstereifel, Eifel hinaus einen Namen hatte.

Im Großen und Ganzen ist Bad Münstereifel, Eifel den Forderungen des 19.  Jahrhunderts nicht gerecht geworden. Zu stark war das Verharren der Bevölkerung in der Tradition und der althergebrachten Arbeitsweise. Den technischen Neuerungen begegnete man mit Zurückhaltung und Vorbehalten, und es fehlte den Bewohnern die Schwungkraft, die den modernen Unternehmer auszeichnet. Allerdings ist die abseitige Lage Bad Münstereifels am Rand des Gebirges gebührend zu berücksichtigen. Ohne Zweifel erschwerte sie in hohem Maß den wirtschaftlichen Anschluss an die neue Zeit.  Die Münstereifeler des 19. Jahrhunderts waren mit der genommenen Entwicklung bestimmt nicht zufrieden. Viele von ihnen mussten Not und Entbehrungen auf sich nehmen, liebgewordene Berufe aufgeben, täglich weit entfernte Arbeitsstätten aufsuchen oder sogar auswandern. Bei den meisten reichten die Mittel nicht, das Wohnhaus nach dem Geschmack der Zeit umzubauen oder sogar neu zu erstellen. - Doch uns Heutigen erscheint alles in anderem Lichte.  Wir freuen uns, dass sich Bad Münstereifel, Eifel nicht zur Industriestadt entwickelt hat. So blieben auch viele alte Häuser aus der Zeit der Gotik, der Renaissance und des Barock bestehen; kurzum, der Ort behielt den Charakter einer mittelalterlichen Stadt, der uns Bad Münstereifel, Eifel so liebenswert macht. 

Zusammenfassung eines Beitrages von Dr. Heinz Renn, ergänzt von Joseph Matthias Ohlert